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Energieoasen als Energiewirtschaft und zum Aufbau einer sozial-kulturelle Infrastruktur

Nach dem Vorbild von SEKEM aus Ägypten, werden aus Karst- und Wüstenland Oasen aufgebaut. Dort wurden von Dr. Ibrahim Abouleish, der dafür 2003 den alternativen Nobelpreis erhalten hat, seit 1977 mehrere tausend Hektar Wüstenland in eine grüne Oase verwandelt. In der Zwischenzeit entstanden mehrere weiterverarbeitende Betriebe, wie eine Textilfirma, ein pharmazeutisches Unternehmen für Naturheilmittel, lebensmittelverarbeitende Betriebe, Exportfirmen, Kindergärten, eine Schule für Kinder, die sonst keine Ausbildung in der Region bekommen könnten und sogar seit 2009 eine freie Universität.

Nach dem Vorbild von SEKEM sollen auch durch uns Gebiete erschlossen und Energieoasen angelegt werden.

Bereinigung einer ungenutzten Fläche zur Errichtung einer Jatrophaplantage
Bereinigung einer ungenutzten Fläche zur Errichtung einer Jatrophaplantage

Auf nicht genutzten Landflächen werden zunächst Energiepflanzen angebaut und verarbeitet. Durch Erzeugung von Biotreibstoffen und Strom aus den Energiepflanzen wie Jatropha, können schnell Gewinne erwirtschaftet und zum Aufbau einer kulturell-sozialen Infrastruktur verwendet werden.

Baumschule mit Jatrophapflanzen (vorn mit und hinten ohne Mykorrhiza)
Baumschule mit Jatrophapflanzen (vorn mit und hinten ohne Mykorrhiza)

Es werden in Baumschulen Jatrophasetzlinge herangezogen und neue Flächen erschlossen.

Frauen bei der Anlage einer Jatrophaplantage
Frauen bei der Anlage einer Jatrophaplantage

Im zweiten Schritt werden Betriebe errichtet, welche die erzeugten Pflanzenöle veredeln und vermarkten. Gleichzeitig werden Anlagen zur Energieerzeugung erstellt, die sowohl den eigenen Bedarf, als auch den Bedarf von umliegenden Industrie oder Wohnbesiedelung decken. Durch den Verkauf der erzeugten Pflanzenöle und der Energie kann wieder investiert und weiteres Land erschlossen werden.

Produziertes Jatrophaöl aus einer Energieoase
Produziertes Jatrophaöl aus einer Energieoase

Sobald sich durch den Anbau der Energiepflanzen eine Humusschicht gebildet hat, können diese Flächen für den Anbau von Nahrungsmitteln umgenutzt werden. Hierbei kommen auch wieder Mykorrhiza Bodenpilze zum Einsatz und die mit den Abfällen aus der Ölproduktion, (Presskuchen genannt oder Aschereste) vermischt und auf den Plantagen ausgebracht werden.

Anbau von Lebensmitteln auf ehemaligen Jatrophaplantagen
Anbau von Lebensmitteln auf ehemaligen Jatrophaplantagen

Daraufhin können weiterverarbeitende Betriebe entstehen, welche die angebauten Nahrungsmittel veredeln und vermarkten.

Bau eines Versammlungshauses in Ghana
Bau eines Versammlungshauses in Ghana

Parallel hierzu wird eine kulturelle-soziale Infrastruktur geschaffen, die je nach Höhe der Überschüsse wächst. Hierzu gehören Schulen, Erwachsenenbildungseinrichtungen, eine Sportschule, eine Klinik zur Versorgung der Bevölkerung, bei gleichzeitiger Fondbildung zur Finanzierung der Behandlung von mittellosen Menschen, Nahrungsmittelausgabe vor allem für mittellose Kinder und ein Kulturbetrieb mit Versammlungssaal.

Sichtbare Vorteile einer Energieoase

  • langfristig entstehen neue erschlossene Flächen, die später auch zur Nahrungsmittelproduktion genutzt werden können
  • Es entstehen gewinnbringende Betriebe, die Reinvestieren können
  • Ein kultureller Betrieb siedelt sich an, der von den Betrieben gefördert wird
  • Die Rahmenbedingungen für die Bevölkerung können durch diese Maßnahmen und die Erstellung einer medizinischen Versorgung deutlich verbessert werden
  • Die Umweltbilanz des Gesamtkonzepts der Energieoase ist neutral, da kein zusätzliches CO2 erzeugt wird

Auswirkungen einer solchen Energieoase

  • Beispiel- und Vorbildcharakter
  • Verbesserung der Infrastruktur für die Bevölkerung
  • Autarke Energieversorgung mit Überschussproduktion
  • Nutzung von Abfällen und Abwasser als Energie oder Dünger
  • Erschließung von Landflächen, die vorher nicht nutzbar waren
  • Erweiterung von Anbauflächen für Lebensmittel
  • Erzeugung von verschiedensten Produkten aus Biomasse, wie Biotreibstoff, Pflanzenöle für BHKW´s, Strom und Trinkwasser
  • Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern
  • Neutrale CO2 Bilanz, somit absolut Umweltschonend
  • Verbesserung der Rahmenbedingungen der Bevölkerung und vor allem von Kindern durch die Entstehung neuer Infrastruktur im medizinischen und kulturellen Bereich

Fußballschule in Afrika
Fußballschule in Afrika